Sonntag, 30. Oktober 2011

Anjali Banerjee - Die Bücherflüsterin

 Anjali Banerjee
320 Seiten
Blanvalet Taschenbuch Verlag


Klappentext
Das geheime Leben der Bücher und die verborgene Sprache der Träume

Nach ihrer Scheidung kehrt die junge Inderin Jasmine Mistry nur widerwillig nach Shelter Island zurück, um den kleinen Buchladen ihrer Tante zu führen. Doch bald scheint die Magie des Ortes – manche sagen, dort würden die Geister verstorbener Autoren umgehen – auf Jasmine überzuspringen. Sie ist in der Lage, für jeden das Buch zu finden, das sein Herz begehrt und tröstet. Und selbst Jasmines gebrochenes Herz könnte heilen – dank ihrer besonderen Gabe und eines mysteriösen Mannes, der tagaus, tagein die Buchhandlung betritt und ihre verborgensten Geheimnisse kennt …


Meine Meinung
Man steigt sofort in die Geschichte ein und kann sich in Jasmine hineinversetzen. Ihre Probleme sind keine Seltenheit und auch ihre Reaktionen sind völlig normal, was ich sehr gut finde. So hat man nicht das Gefühl, einer Superfrau gegenüber zu stehen.


Der Spannungsbogen ist ab dem Buchladen vorhanden, bleibt konstant und steigert sich kurz vor dem Schluss, um wieder etwas abzusacken und die Geschichte enden zu lassen.
Manche Szenen fand ich etwas übertrieben und manches ging mir auch zuschnell. Zum Beispiel, wie Connor sie sofort fragt, ob sie ein Date mit ihm haben will. Am Ende dachte ich, dass ich etwas mehr Verständnis für ihn hätte, was aber nicht der Fall war.


Der Schreibstil ist ziemlich flüssig und gut zu verstehen. Dadurch, dass der Text so locker geschrieben ist, kann man sich prima hineinversetzen und mitfühlen und erleben, das steigert den Lesespaß enorm.
Das einzige, was ich auszusetzen hatte an dem Schreibstil, dass einige indische Wörter nicht erklärt wurden. Diese wurden zwar zur Erkenntlichkeit in kursiv geschrieben, mehr aber auch nicht. Manche Wörter wurden geklärt, keine Frage, aber viele auch wieder nicht.

Die Dialoge sind wirklich schön geschrieben, manchmal zwar unglaubwürdig, weil manche Charaktere einfach zu naiv oder zu glaubwürdig sind. Es passieren die seltsamsten Dinge, aber keiner außer Jasmine hackt nach. Schön und gut, wenn man an vieles glaubt, aber irgendwann wurde es etwas nervig. Ansonsten hat man in den Dialogen die Emotionen gespürt und auch die Gedanken des Charakters gekannt.


Der Charakteraufbau ist wirklich gut gelungen, dies kann man vorallem bei Jasmine bemerken. Jasmine ist zu Anfang eine unnahbare, misstrauische und wenig humorvolle Person, die mir überhaupt nicht sympathisch war. Dies änderte sich jedoch, sie ist reifer geworden, selbständiger und vorallem menschlicher. Sie konnte mit Fehlern umgehen und diese zu etwas Gutem wandeln. Am Ende hatte ich soetwas wie Respekt für sie übrig und habe mit ihr gelitten und mich für sie gefreut.
Connor dagegen mochte ich überhaupt nicht, er war einfach ein Macho, viel zu aufdringlich und überhaupt nicht anziehend. Er kam mir so vor, als ob er wüsste, dass seine Anziehungskraft ziemlich groß ist und kaum einer sich derer entziehen kann. Es gab einige Szenen mit ihm, wo ich ihn etwas niedlich fand, ansonsten war ich immer froh, wenn er verschwunden war.
Anzusprechen wäre noch Ruma, Jasmines Tante. Sie ist eine willensstarke und weise Person, die an Übernatürliches glaubt und auch dieses überzeugend vertritt.Bei ihr ist es auch ziemlich glaubhaft, aber bei den anderen Charakteren, z.B. Tony ist es überhaupt nicht so. Da wirkt es nur aufgesetzt und kindisch. Zurück zu Ruma, sie ist ziemlich selbstbewusst und tut nur das, was ihr gefällt, was ich bewundernswert finde. Diesen Charakter mochte ich von Anfang an.
Die anderen Charaktere haben auch eine leichte Wandlung durchgemacht, was mir wirklich gut gefallen hat.


Die Idee finde ich im im prinzip gut, nur wie schonmal gesagt, ging es mir an einigen Stellen viel zu schnell und die Ursprungsidee, wie alles dazu gekommen ist, fand ich etwas lächerlich.
Dennoch wurde der Rest ganz gut umgesetzt und hat mir einige schöne Stunden beschert, wo ich über einiges schmunzeln musste.


Cover
Das Cover zeigt eine Frau(ohne obere Hälfte des Gesichtes) in einem türkisen Kleid mit einer Blume in der Hand. Bei der Frau handelt es sich wahrscheinlich um Jasmine.
Das Cover ist meiner Meinung nach unspektakulär, aber dennoch schön. Es ist nicht mit Details überladen, was auch nicht gepasst hätte. Es zeigt fröhliche Farben, was auch gut passt. 
Das englische Cover






Fazit
Insgesamt eine wirklich schöne Geschichte, die mir einige unterhaltsame Stunden bescherrt hat. Dennoch muss ich leider sagen, dass einige Fehler den Lesespaß eingeschränkt haben.
Ich empfehle dieses Buch jedem der auf Indien, Bücher und Liebesgeschichten und Gespenster(liebe) steht.


3 von 5 Punkten 
 

Kommentare:

  1. Hey, schau doch mal bei mir vorbei, hab da einen Award für dich :-)

    Liebe Grüße
    Sandra :-)

    AntwortenLöschen